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Männer – die ewigen Gewalttäter

6 März 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Gewalt von und gegen Männer in Deutschland –  ein Taschenbuch von Peter Döge

Der allgemein in der Gesellschaft vorherrschenden Meinung, dass Männer die Täter und Frauen die Opfer bei dem sozialen Phänomen der Gewalt sind, wurde von dem Politikwissenschaftler Peter Döge in einer im Auftrag der evangelischen Männerarbeit durchgeführten Männerstudie mit dem Titel „Männer in Bewegung“ab 2009 näher nachgegangen und die daraus resultierenden Befunde in dem oben angeführten Buch zusammengetragen. In dieser umfangreichen soziologischen Erhebung an 1470 Männern und 970 Frauen wurden an Hand von 79 Einzelerhebungen aus einer großen Auswahl von Einzelbetrachtungen (Alter, Biografie, Anti-Feminismus und Homophobie, Religiosität) sowie eine Vielzahl wissenschaftlicher Quellen statistisch exakte Auswertungen durchgeführt und entsprechend analysiert. Ziel war es, die primär von feministischen Netzwerken und ausschließlich von Frauen erfassten Antworten, die in der Öffentlichkeit oft zu Ungunsten der Männer ausgefallen sind, möglichst zu objektivieren, zumal selbst die Frauenhausbegründerin Erin Pizzey diese einseitige Position der Frauenbewegung nicht mehr gewillt ist zu akzeptieren.

Zu den Resultaten der Studie: Die Hauptursache häuslicher Gewalt sind immer zum Teil gravierende Unstimmigkeiten innerhalb der Partnerbeziehung. ‚Nur‘ 4% der Männer werden regelmäßig gegen die Partnerin gewalttätig, 96% also nicht. Fast die Hälfte der Befragten beiderlei Geschlechts gaben eine Wechselseitigkeit der Gewalt zu. Täter sind in hohem Maß immer auch Opfer (traumatisiert aus der Vergangenheit oder Teil eines Gewaltprozesses): 85% der Männer, 82% der Frauen. 75% der Opfer schwerer Gewalt sind Männer. Und grundsätzlich gewaltaktiv ist auf beiden Seiten jeweils ’nur‘ ein Drittel.

Der Autor stellt im folgenden fest, dass „Gewalt kein spezifisches Merkmal von Geschlecht“, sondern eher Ausdruck von defizitären Persönlichkeitsmustern ist. Im Bezug auf die Vatererfahrung verfügt der männliche Täter seltener über eine starke Vatererfahrung und schätzt die eigene Kindheit eher unglücklicher ein als der Nicht-Täter.

Abschließend zieht der Auftraggeber der Studie, die Gesellschaft für Männerarbeit in der Evangelischen Kirche in Deutschland , folgendes Resümee: Diese erhoffe sich aus der Untersuchung die nötigen Impulse zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte, um zu einer Minimierung von Gewalt in den häuslichen Beziehungen der Geschlechter zukünftig zu gelangen und dem Leid der Opfer von Gewalt der gebührende Respekt gezollt wird.

 

Der Autor:

Dr. Peter Döge ist Politikwissenschaftler und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des Institut für anwendungsorientierte Innovations- und Zukunftsforschung e.V. (IAIZ).

Männer – die ewigen Gewalttäter?
Gewalt von und gegen Männer in Deutschland
2011. 173 S. mit 42 Abb. u. 75 Tab. Br.
ISBN: 978-3-531-17923-0
http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-17923-0/Maenner-die-ewigen-Gewalttaeter-.html
http://www.springer-vs.de/
 

(wz)

Weitere Informationen unter:
 http://www.kircheundgesellschaft.de/maennerarbeit
 http://www.ekd.de/
 

Quelle: DenkRaumGestaltung, Dr. Döge; http://www.springer-vs.de/

 

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