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Andy Warhol: Headlines

8 März 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Andy Warhol – The Genius of Pop-Art

Ausstellungen zum 25. Todestag

Zum 25.Todestag des Mitbegründers und Hauptvertreters der Pop-Art, Andy Warhol (6.8.1928 – 22.2.1987), sind dem weltberühmten Künstler gleich drei große Ausstellungen allein in Deutschland gewidmet. In der Bundeskunsthalle in Bonn wird unter dem Titel „Menage a trois“ eine Zusammenschau mit seinen Künstlerkollegen Jean Michelle Basquiat und Francesco Clemente präsentiert. In einer weiteren Ausstellung in Tübingen gibt es ein Zusammentreffen von Warhol mit Sigmar Polke und Joseph Beuys. Am interessantesten ist jedoch die Schau im Frankfurter Museum für Moderne Kunst unter dem Titel „Headlines“. Hier sind erstmals alle 80 Arbeiten von Warhol zu sehen, in denen er sich besonders mit den Massenmedien und dem Promi-Kult auseinandersetzt.

Für seine Bilder vergrößerte der Künstler Werbung oder Fotographien aus den Massenmedien bis ins Detail , reproduzierte diese in verschiedenen Variationen und reihte sie in Serien aneinander. Die dazu gehörigen Motive entnahm er der Alltagswelt. Die meisten seiner ab 1962 entstandenen Werke wurden in der „Factory“, seiner Arbeits- und Wohnstätte, mit seinen Mitarbeitern erstellt. Er sammelte nicht nur Fotos, sondern auch Schlagzeilen: wie z.B. „President Shot Dead“ zu Kennedys Ermordung, oder „Madonna not Ashamed“ zu Nacktfotos der Pop- Ikone.

Besonders bekannt wurden ab 1962 seine Serienbilder, wie z. B. „Campbells Suppendosen“ oder „Coca-Cola-Flaschen“, später dann Siebdrucke mit Dollarnoten oder grellfarbenen Blumen, die meist von seiner „Factory“ ausgeführt wurden. Ab den 1970iger Jahren wurde Warhol zum Porträtisten der New Yorker Gesellschaft. Als Vorlagen dienten ihm selbstgemachte Polaroid-Fotos, die zu Siebdrucken umgestaltet wurden. Unter den von ihm fotografierten berühmten Persönlichkeiten waren Elvis Presley, Marylin Monroe (1967) und Mao Tsetung, die u. a. auch durch diese Pop-Bilder zu Ikonen des 20. Jahrhundert aufstiegen.

Auch er selbst stilisierte sich wie kein anderer Künstler zuvor zum Medienstar, wobei ihn die Frage umtrieb: Wie verändern Massenmedien, Fotografie und Werbung die Kunst, aber umgekehrt auch die Protagonisten der Kunst. Warhol wurde zu einer Art von Parasit, der alles aufsaugte, umwandelte und für seine Kunst benutzte. “Er packt dich und du kannst ihm nicht entkommen“, äußerte sich einmal einer seiner Stars aus seinen Filmen. 1968 wurde Warhol selbst zum Opfer seiner Selbstinszenierung, als er von der Frauenrechtlerin Solanas niedergeschossen und schwer verletzt wurde. In den Schlagzeilen der Presse war zu lesen: „Actress shoots Andy Warhol“ – schrieb die Dayly-News in Riesenlettern.

Auch nach seinem Tod im Februar 1987 scheint der Ruhm von Warhol unvergänglich; vor allem der Run auf seine Bilder ist unersättlich. So schmücken sich Museumdirektoren sehr gern mit Ausstellungen von ihm, weil sie damit Besucher anlocken können. Auf Auktionen bringen seine Bilder noch immer Höchstpreise; zuletzt wurden auf einer Frühjahrsauktion in New York 2011 mehr als 160 Millionen Dollar umgesetzt, d. h. mehr als ein Drittel des gesamten Auktionswertes.

(wz)

 

Weitere Informationen:

MMK Museum für Moderne Kunst
Austellung: „Warhol: Headlines“
11. Februar bis 13. Mai 2012
MMK Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
MMK und MMK Zollamt
Di – So 10 – 18 Uhr
Mi 10 – 20 Uhr
http://www.mmk-frankfurt.de/de/ausstellung/die-aktuellen-ausstellungen/austellung-details/exhibition_uid/5020/
Bundeskunsthalle Bonn
Ausstellung „Ménage à trois – Warhol, Basquiat, Clemente“
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
http://www.bundeskunsthalle.de/
Kunsthalle Tübingen
Austellung: Beuys Warhol Polke & Co
11. Februar bis 10. Juni 2012
http://www.kunsthalle-tuebingen.de/index.php?option=com_content&task=view&id=275&Itemid=0&catid=138
 
Bildquelle: MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main
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