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Sport – Einfluss auf die Genetik?

13 März 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Sport verändert unsere Gene

Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen soll bereits ein kurzzeitiges Training einen positiven Einfluss auf die Gene der Probanden ausüben können. Dies führt offenbar zu einem vorbeugenden Effekt gegen verschiedene Lifestyle-Krankheiten, wie Diabetes oder solche des Herz-Kreislauf-Systems. Entsprechende Befunde einer internationalen Studie werden nachfolgend in der Lifestyle-Rubrik von T-Online näher ausgeführt:

Schon kurzes Training verändert das Erbgut

Mit Sport lassen sich blockierende Anlagerungen an den Genen der Muskelzellen lösen. Dadurch können mehr Gene abgelesen und aktiviert werden als vorher. Dieser Mechanismus rüstet den Körper besser vor Krankheiten, wie ein internationales Forscherteam bei Tests an 14 Frauen und Männern vor und nach dem Sport herausgefunden hat. Zwar halte der Effekt nicht dauerhaft an, er könne aber erklären, warum regelmäßiger Sport das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krankheiten senke, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Cell Metabolism“.

Schon wenig Sport beseitigt Genblockaden

Welche Gene unseres Erbguts in den einzelnen Zellen aktiv sind, hängt unter anderem davon ab, wo am DNA-Molekül blockierende Anhänge sitzen. Diese kleinen Kohlenwasserstoff-Moleküle versperren der Zellmaschinerie den Weg und verhindern so, dass das Gen abgelesen werden kann. Dadurch werden zum Beispiel wichtige Stoffwechselvorgänge beeinträchtigt. Bisher dachten Wissenschaftler, dass diese Anhänge bei Erwachsenen relativ stabil sind und nur wenig von Umwelteinflüssen verändert werden können. „Unser Ergebnis liefert nun Belege dafür, dass diese Muster im Genom weitaus veränderlicher sind als bisher angenommen“, schreiben Romain Barrés von der Universität Kopenhagen und seine Kollegen. Bereits eine kurze Phase intensiver Muskelbewegung reiche aus, um zahlreiche Genblockaden verschwinden zu lassen.

Genveränderung als Schlüssel zu stärkeren Muskeln

„Unsere Muskeln passen sich an das an, was wir tun – und dies ist einer der Mechanismen, die dies möglich machen“, sagt Studienleiterin Juleen Zierath vom Karolinska Institut im schwedischen Stockholm. Die Veränderungen an der DNA der Muskelzellen seien der erste Schritt zu Genbehandlungen, die den Muskel stärker und ausdauernder mache. Der Sport entfernte vor allem die DNA-Anhänge, die zuvor Gene des Stoffwechsels blockierten. Interessanterweise habe man den gleichen Effekt beobachtet, wenn isolierte Muskelzellen mit Koffein in Berührung kamen, sagen die Forscher. „Offenbar imitiert das anregend wirkende Koffein den Effekt der sporttypischen Muskelkontraktionen“, vermutet Zierath. Das allerdings bedeute nicht, dass man zukünftig statt zu trainieren einfach nur eine Tasse Kaffee trinken müsse.

Gen-Veränderungen setzen nahezu sofort ein

Die Reaktion des Erbguts auf das Muskeltraining erfolgte bei den Versuchspersonen überraschend schnell: Die Forscher hatten das Verschwinden einiger DNA-Anhänge schon in Muskelzellproben entdeckt, die den Versuchsteilnehmern sofort nach Ende des Trainings entnommen worden waren. Weitere Anhänge waren in der nächsten Probe verschwunden, drei Stunden nach Trainingsende.

Studienteilnehmer absolvierten Fahrrad-Training

An der Studie nahmen 14 junge Frauen und Männer teil, die zwar absolut gesund, aber eher unsportlich waren. Ihnen entnahmen die Forscher jeweils eine kleine Zellprobe aus der Seite des Oberschenkelmuskels. Anschließend trainierten die Teilnehmer auf einem Fahrrad-Ergometer mit 80 Prozent Maximalleistung, bis sie 400 Kilokalorien verbrannt hatten – je nach Leistung dauert dies normalerweise zwischen einer halben und einer Stunde. Sofort nach Trainingsende sowie drei Stunden später entnahmen die Forscher dann erneut eine Muskelzellprobe.

(vz)

Quelle: http://lifestyle.t-online.de/sport-veraendert-unsere-gene/id_54565508/index

 

 

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