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Es zittern die morschen Knochen

11 März 2012 6 Kommentare PDF Drucken Drucken

BraveheartBattle die Dritte – noch anspruchsvoller, noch länger, noch mehr Hindernisse und über 100 Läufer kamen nicht ins Ziel

Der BraveheartBattle, eine Mischung aus Trailrun, Extrem- und Fun-Lauf mit natürlichen und künstlichen Hindernissen im Stil des englischen „Tough Guy Run“ ging in die dritte Runde. Mehr als doppelt so viele Starter wie im vorigen Jahr gingen am Samstag, den 10.03.2012 auf die 24 Kilometer lange Strecke. 2808 Läufer hatten sich angemeldet, gestartet sind 2354 – ins Ziel geschafft haben es am Ende 2246, von denen nur 1909 innerhalb der Wertungszeit von fünf Stunden geblieben sind.

24 Km, 45 Hindernisse

Es war wie schon so oft, am Start wartete das „Team Cior androgon“ in der ersten Reihe im ersten Block in seinen gelben T-Shirts auf den Startschuss, auf den Einsatz. Überall Zuschauer, Musik dröhnte aus den Boxen, die letzten Minuten vor dem Start. Letzte Anweisungen, Konzentration, auf einmal keine Geräusche mehr – Stillstand – nur noch Bewegungen in Zeitlupe um einen herum, Erinnerung an die letzten Minuten vor dem Absprung aus einem Flugzeug –  Sekunden wirken wie Stunden im Zeitraffer. Jetzt fällt endlich der Startschuss – wird das Team für die Teamwertung über die 24 Km zusammen bleiben können oder wird es Verluste geben? Jetzt geht´s mit Vollgas los, raus aus dem Stadion in eine Linkskurve überall noch Zuschauer, unmittelbar vor uns das Team von „Getting Tough 1“, die einen besseren Start hingelegt hatten. Dann die nächste Linkskurve und das erste Hindernis „The Ranger Fog“ ein simuliertes Hindernis, dargestellt von ein paar jungen Damen mit Nebeltöpfen in der Hand – aber das sollte sich bald ändern! Es wird schon langsam ruhiger, wir verlassen die Straße und es geht quer-feld-ein, einen steilen Abhang hinunter und nicht weit danach zum Hindernis Nr. 4 , die erste Gewässerüberquerung durch „Hangeln“ – hier nicht gleich ins Wasser fallen, war die Vorgabe. Das Team ist noch zusammen. Wir müssen bis zum Hindernis Nr.9 weiter das Tempo erhöhen, damit es nicht zu Rückstaus an Hindernissen und zu unnötigen Zeitverlusten kommt…

Höllenparcours

Das Rennen war in diesem Jahr noch härter, noch extremer. Auf einer Strecke von etwa 24 Kilometern mussten die 2.304 Teilnehmer Abhänge und Berge überwinden, sich durch Gestrüpp schlagen und einen eiskalten Fluss mehrfach durchqueren. Zusätzlich erschwerten künstliche Hindernisse zum Klettern, Kriechen, Hangeln, Balancieren und Überspringen den Weg zur Medaille. Der Veranstalter hatte den Parcours nochmals verschärft. Echte Härtetests des knochenharten Laufs waren neben der schwierigen Naturstrecke die vielfachen Wasserdurchquerungen mit Schwimm- und Taucheinlagen, ein Kletternetz und ein Hangel-Hindernis über den Fluss. Die Strecke wurde von 20 auf 24 Kilometer verlängert und statt 28 warteten jetzt 45 Hindernisse auf die „Läufer“. Weitere Neuerungen erwarteten die Läufer etwa an dem steilen Aufstieg zum Michelsberg – hier wartete eine anspruchsvolle Berglaufstrecke, die im Vergleich zum letzten Mal mit einigen Kilometern quer durch den Wald verlängert wurde und spätestens an den steilen Hängen im Wald immer wieder „rauf und runter“ überwunden werden musste. Spätestens hier war kein richtiges Laufen mehr möglich. Die ganze Kraft ging in die Konzentration, nicht abzurutschen und die Höhenmeter wieder und wieder zu bezwingen. Doch es war klar, wer den Berg hinter sich hatte, hatte die schwierigste Partie und bereits mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Weitere Stationen, wie den neuen mindestens zwei Meter tiefen Schlammgruben und Erdwallhindernisse im Gewerbegebiet von Hörnau-Münnerstadt, verwandelten sich sehr schnell in Schlammpisten, aus denen man kaum allein wieder herausgekommen ist – es mussten die Läufer hier doch Teamgeist und sportliche Fairness zeigen. Weitere Hindernisse waren das Feuerhindernis + Autowracks „Gabold Fire“, das Netzhindernis  und „Krails/Bruckmüller“, bei dem sich die Läufer über den Fluss balancieren mussten. Start und Ziel des BraveheartBattle war die Arena, das Stadion im Sportzentrum Münnerstadt. Ein steiler Berg „Killing Hill“ führt von dort hinab zum Naturparcours – und diesen Berg mussten die Läufer am Ende wieder hinauf, auch wenn ihnen nach 23,5 Kilometern und zahlreichen Hindernissen die Kraft ausgegangen war. Aber spätestens hier zeigte sich, wer noch genug Mumm in den Knochen hatte.  Beim Schlusssprint, kurz vor dem Ziel-Stadion, mussten sich die Läufer, angefeuert durch die zahlreichen Zuschauer, noch einmal über ein spektakuläres Kletter-Hinderniss „EVent-Wall“ kämpfen, bevor sie dann als Finisher die „Medal of Honor 2012“  sich verdient hatten.

Das Rennen machte großen Spaß

Der selbsternannte „Höllenlauf“ hatte dann doch nicht so viel von  der „Hölle“, fand er doch bei sehr gutem Wettkampfwetter statt, es war nicht zu warm und nicht zu kalt. Denn letztendlich kehrte jeder Teilnehmer nach max. 5 Stunden, der Schnellste nach zwei, in die Komfortzone zurück. Dennoch mussten viele den niedrigen Temperaturen und dem Schwierigkeitsgrad der Hindernisse Tribut zollen und gaben auf. Allein die mehrfache Durchquerung des nur gut 4°C kalten Wassers der „Lauer“ machte doch einigen zu schaffen. Im vergangenen Jahr, bei frühlingshaften Temperaturen, hatte es kaum Ausfälle gegeben.

Hilfskräfte

Zu schaffen machten den Bravehearts, von denen viele wieder in irrwitziger Kostümierung gestartet waren, neben den kraftraubenden Schlammlöchern vor allem das eiskalte Wasser. Völlig durchnässt und entkräftet mussten 107 Starter medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, 16 wurden in Krankenhäuser gebracht mit Unterkühlungen, Herz-Rhythmus-Störungen oder mit Verdacht auf Knochenbrüche. Die 90 Rotkreuz-Helfer wurden um weitere 40 aufgestockt. Zudem waren fünf Notärzte und Taucher der Wasserwacht im Einsatz.

Zuschauer

Tausende hatten die Strecke gesäumt und die Bravehearts immer wieder lautstark angefeuert. Allein am „Loch Ness“ hatten sich Beobachtern zufolge gut 1000 Neugierige versammelt und im Gewerbegebiet Hörnau trieb sogar ein Dudelsackpfeifer die Läufer mit seinem Spielen an. Am Start waren nicht nur Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands. Die US-Armee war mit dem GSE-Beast-Team aus Bamberg vertreten, dazu gesellten sich Starter aus Österreich, skandinavischen Ländern und  sogar aus Mexiko.

Schnellster war…

Die Organisation war gut und reibungslos. Das Starten in 100er Blöcken war eine gute Lösung, um Staus und Wartezeiten an den Hindernissen zu vermeiden – doch sprengte die hohe Teilnehmerzahl und die Tatsache, dass viele Teilnehmer nicht aus dem Sportbereich kamen, das Machbare an den Einzel-Hindernissen und die Kapazitäten von Betreuer und Rettungskräften. Sehr positiv ist zu bewerten, dass viele neue und interessante Hindernisse in die Strecke integriert und bereits vorhandene räumlich verlagert wurden. Die Streckenlänge mit 24 km und das Gelände um Münnerstadt mit Schluchten, Flussläufen und vielen Höhenmetern waren optimal für einen Hindernislauf gewählt. Schnellster Läufer war Dennis Jünemann vom Würzburger Team Flyer-Alarm, der als Sieger in 1:59:22 Minuten die 24 km lange Strecke mit 45 Hindernisüberquerungen schaffte. Schnellstes Team war das „Getting Tough Team1“, das mit 02:31:10 Minuten geschlossen die Ziellinie passierte. Getting Tough e.V. wird am 01.12.2012 seinen eigenen Wettkampf, angelehnt an den BraveheartBattle und den „Tough Guy Race“ in England ausrichten. Wir werden auch dabei sein und sind schon sehr gespannt, was uns erwartet. http://www.gettingtough.de/

Gespannt sind wir auch schon auf den nächsten BraveheartBattle am 09.03.2013, an dem wir selbstredend wieder teilnehmen! http://www.braveheartbattle.de/ Wir fanden, es war eine großartige und sehr gelungene Veranstaltung! Es hat uns viel Spaß gemacht – bis zum nächsten Mal am 9. März 2013.

Anmeldung 2013: https://signup.mikatiming.de/signup/mikatiming11/signup1.php

Unser nächster androgon-Sportwettkampf ist am 25. – 30. März 2012 in Namibia: http://www.androgon.com/8280/sport/extremsport/namib-desert-challenge-2012

(rz)

 

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Braveheart Battle 2012 from androgonMAGAZINE on Vimeo.

 
http://youtu.be/eYU2WlsKX6U Weitere aufregende Fotos folgen in Kürze in unserer Fotogalerie unter Reiter „Fotostrecken“. Und drei Videos werden unter androgonmagazin bei Youtube zeitnah erscheinen. Weitere Informationen unter:
 
http://www.braveheartbattle.de/
 http://www.androgon.com/4083/sport/extremsport/lauf-der-tapferen-herzen
http://www.androgon.com/8833/sport/extremsport/hartest-inov-8-braveheartbattle-2012
 
http://www.androgon.com/7963/sport/extremsport/braveheartbattle-2012
  
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http://www.youtube.com/v/lRByaGRAZTk&feature=related

 

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